Bloße Existenz
Gerade eben komme ich von der Directors Cut Premiere des Films "Bloße Existenz", 80 Minuten, Stereo und bunt von David Lochner, zu der ich dankenswerterweise als Mitwirkender eingeladen wurde. Ich möchte euch einige Eindrücke des Filmes vermitteln, den ich durchaus als sehenswert empfinde.
Es ist schwer, von Anfang an die sich nebeneinander abspielenden Handlungen zu verstehen. Nach einer Weile erkennt man aber die Parallelen im Handlungsmuster der Figuren. Letztendlich geht es darum, sich aus seiner bloßen Existenz in ein erfülltes Leben zu bewegen. Dabei müssen die Handelnden einigen Schmerz ertragen, denn es ist nicht einfach, Änderungen wahr zu haben und auf sie zu reagieren, indem man Gewohntes verlassen muss. Dies läuft auf eine komplette Reorganisation der nicht nur Mann-Frau-Zuordnungen hinaus.
Nach dem Debüt "Taalay?", einem Dokumentarfilm über das Leben eines Jungen in Kirgisistan, schien dieser Spielfilm durchdachter. An einigen Stellen wirkt er etwas unnatürlich, da mitunter kein Atmosphärenton vorhanden ist. Die Filmmusik, die mitunter von ehemaligen Thomanern eingesungen wurde, war jedoch hervorragend. Doch wird an diesen Film nicht der Qualitätsanspruch einer Hollywood Produktion gestellt sondern es handelt sich um echte Leipziger Handarbeit, wie es sinngemäß der Moderator vor dem Film ausdrückte.
Dem Regisseur, Klassenkameraden und Banknachbarn David Lochner wünsche ich also viel Erfolg für seine zukünftigen Leinwandprojektionen und bin diesbezüglich auch sehr zuversichtlich.